Geschichte

 

1896-1920


Am 23. Februar 1896 wurde auf Anregung von Herrn Rupert Lilek, Gemeindesekretär in St. Margarethen der Beschluss gefasst eine Feuerwehr zu gründen. Dem Gründungskomitee gehörten 18 Personen an. Bereits am 07. Juni 1896 fand nach Ausarbeitung der Satzungen und Genehmigung durch die Behörden die erste Hauptversammlung statt. Die Wahlen brachten folgende Ergebnisse: Kommandant Herr Wenzel Havlicek, Kommandant Stellvertreter Herr Matthias Nitzl, Schriftführer und Kassier Herr Rudolf Kernreich, Zeugwarte Herr Johann Maierhold, Herr Felix Kern, Herr Johann Sebinger. Da der Verein keinerlei finanzielle Grundlage hatte wurde beschlossen, an alle Persönlichkeiten und Kooperationen heranzutreten von denen eine Förderung zu erwarten war. Man wandte sich an: Seine Majestät Kaiser Franz Joseph I, die Steiermärkische Sparkasse, die Bezirkssparkassen in Wildon und Leibnitz, die Bezirksvertretung in Wildon, die Generaldirektion der Südbahn, die Wechselseitige Brandschaden Versicherungsanstalt, die Versicherungsanstalten "Donau", "Phönix", und "Franco-Hongroise", seine Excellenze Baron Conrad, Unterrichtsminister a. D. Graf Dunnay de Vesce in Lebring, Baron Kelersberg in Frauenheim und Reichsgraf d`Avernas in Freibühel. Da erfreulicherweise viele Spenden eingingen konnte bereits am 21. Juni 1896 das Spritzenhaus und eine hölzerne Handdruckspritze angekauft werden. Sie wurde mit einem pferdebespannten Wagen, der für sechs Mann Platz bot, zum Einsatzort transportiert. Schon ein Jahr später war es durch die Opferbereitschaft des Herrn Johann Maierhold möglich, eine verbesserte Feuerspritze, eine Leiter und einige Feuerhaken anzuschaffen. Bei der Feuerspritze handelte es sich um eine sogenannte Kernreuter Handdruckpumpe aus Wien, welche bereits mit einer Ansaugvorrichtung versehen war. Sie musste mit mindestens acht Mann bedient werden und stand bis nach dem Weltkrieg in Verwendung. Die „Feuertaufe“ hatte die Feuerwehr im Jahr 1898 zu bestehen, als es im Stroh gedeckten Holzhaus der Familie Reiter in Lebring zu einem Großbrand kam. Bei der Brandbekämpfung musste das Löschwasser mit einer Eimerkette von der Mur zur erstmals einsatzmäßig verwendeten Handdruckpumpe gebracht werden. Nach und nach gelang es, die notwendigen Ausrüstungsgegenstände anzuschaffen, wie z.B. ein neuer Mannschaftswagen der 12 Mann befördern konnte. Als besonderer Förderer der Feuerwehr erwies sich durch die große finanzielle Unterstützung Herr Baron Reinhart Bachofen von Echt, der zum Dank hierfür zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Im Jahre 1910 wurden für die Wehrmitglieder insgesamt 24 schwarze Uniformmäntel angeschafft, die Schneidermeister Herr Franz Tober aus Lebring herstellte. Der Uniformstoff stammte vom Tuchfabrikanten Jakob Rathleitner.

1921-1973


Die Freiwillige Feuerwehr Lebring - St. Margarethen zeichnete sich bereits in den ersten Jahrzehnten ihres Bestandes durch einen besonderen Korpsgeist aus und wurde allseits anerkannt. Dies zeigte sich im Jahre 1921 als in Lebring - St. Margarethen der erste Bezirksfeuerwehrtag mit großem Erfolg unter Hauptmann Johann Maierhold abgehalten wurde. Eine vierzylindrige Motorpumpe von der Fa. Rosenbauer wurde 1927 angekauft, im darauf folgenden Jahr wurde sogar eine Feuerwehrkapelle gegründet. Bis zum Jahre 1939 musste zu Brandeinsätzen mit dem pferdebespannten Mannschaftswagen gefahren werden, aber dann wurde vom Gut Murstätten ein Lanz-Bulldog Traktor angekauft. Durch das große Verständnis und Entgegenkommen von Baron Bachofen von Echt war es möglich diesen als Zugfahrzeug zu verwenden. Während des 2. Weltkrieges wurde die Feuerwehr Lebring, der Deutschen Feuerschutzpolizei unterstellt. Sie hatten in dieser Funktion im Bedarfsfall die Aufgabe, bei Großbränden im Leibnitzer Bezirk, aber auch in Graz, Hilfe zu leisten, zur Erfüllung dieser überörtlichen Aufgabe erhielt die Feuerwehr Lebring eine Tragkraftspritze (TS-8) samt Anhänger. Auch in Lebring wurden während des Krieges Frauen und Mädchen zum Feuerlöschdienst herangezogen. Im Jahre 1948 konnte von der Feuerwehr Wildon ein Spritzenauto gekauft werden. Verschiedene größere Brände führten zum Ankauf eines weiteren Autos, das im Jahr 1952 feierlich gesegnet wurde. Unter Mithilfe der Bevölkerung konnte 1959 eine moderne Tragkraftspritze gekauft werden. Schon im Februar 1973 konnte unter Hauptbrandinspektor Franz Frieß das vom Land Steiermark zur Verfügung gestellte Öleinsatzfahrzeug übernommen werden, Lebring war hiermit Ölstützpunkt des Bezirkes Leibnitz. Im Zuge der Eröffnungsfeierlichkeiten der neuen Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark fand in der Zeit von 12. bis 14. Oktober 1973 der 12. Bundesfeuerwehrtag in Lebring statt, fast 2000 Feuerwehrleute waren angereist.

1974-2004


Im Jahre 1977 konnte unter Kommando von Hauptbrandinspektor Franz Pail und Oberbrandinspektor Helmut Stegbauer ein Löschfahrzeug mit Bergeausrüstung (Mercedes) angeschafft werden. Im selben Jahr erfolgte auch die Umstellung der Alarmierung auf Funksirenensteuerung. Durch Unterstützung der Raiffeisenkassa Lebring und des Landes Steiermark konnte im Jahre 1979 ein Kommandofahrzeug (VW-Bus) angeschafft werden. Das Kommandofahrzeug wurde mit einer kombinierten hydraulischen Rettungsschere samt Spreizer (HURST) ausgerüstet. Am 15. Oktober 1983 wurde das größte Vorhaben seit Bestehen der Feuerwehr Lebring in Angriff genommen, der Bau eines neuen Feuerwehrhauses. In den Jahren 1985 und 1986 erfolgte auch die Umstellung auf die stille Alarmierung. Das 100 jährige Bestandsjubiläum feierte die Feuerwehr Lebring mit der Segnung eines neuen Tanklöschfahrzeuges mit Allrad 4000 (Steyr 16S26). Zur Beförderung der Mannschaft und zum Begleiten bei Gefährlichen Stoffen Einsätzen wurde 1999 ein Mannschaftstransportfahrzeug (Ford Transit) angeschafft. Bei der stillen Alarmierung wurde im Jahr 2004 zusätzlich auch die SMS Variante aktiviert. Durch den tragischen Tod unseres Kommandanten Stv. Abschnittsbrandinspektor Günther Schitter im April 2004 musste im Juni 2004 eine Neuwahl des Oberbrandinspektors durchgeführt werden. Somit wurde Hr. Gerhard Fritz bei einer Vollversammlung zum neuen Kommandanten Stv. gewählt.

2005-2012


Am 31. März 2005 fand der Spatenstich für den Zubau der neuen Einsatzleitzentrale statt. Dieses Bauvorhaben wurde gestartet, da die alte Zentrale zu klein und nicht mehr dem technischen Standard entsprochen hat. Mit dem 110 jährigen Bestandsjubiläum wurde der Zubau am 17. Juni 2006 feierlich gesegnet. Nach 31 Jahren Kommandant Hauptbrandisnpektor Franz Pail, wurde am 03. Februar 2007 ein neuer Kommandant und dessen Stellvertreter gewählt, wobei Hauptbrandinspektor Helmut Stegbauer und Oberbrandinspektor Florian Suppan die neue Wehrleitung bildeten. Ein weiterer technischer Fortschritt wurde mit der Übergabe der Wärmebildkamera am 18. September 2009 an alle Gefährlichen Stoffe Stützpunkte seitens des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark gegeben. Mit 31. Dezember 2009 legte Oberbrandinspektor Florian Suppan seine Funktion als Kommandant Stellvertreter zurück. Bei der Ersatzwahl am 19. Februar 2010 wurde Karl Trummer zum neuen Kommandanten Stv. gewählt. Da das alte Kommandofahrzeug (Toyota) nicht mehr am Stand der Technik war, wurde am 15. Mai 2011 das neue Kommandofahrzeug (BMW X3) feierlich im Rahmen der 115-Jahr Feier von Bgm. Johann Weinzerl übergeben. Die Feuerwehr Lebring steht heute im Jahre 2012 unter dem Kommando von Hauptbrandinspektor Helmut Stegbauer und Oberbrandinspektor Karl Trummer mit 63 aktiven Feuerwehrleuten und 6 Einsatzfahrzeugen der Bevölkerung, aber auch über den Gemeindegrenzen allen Menschen zur Verfügung, die Hilfe der Feuerwehr Lebring benötigen.